Codex

Auf Basis langjähriger Arbeit im Trainings- und Coachingbereich haben sich bei mir folgende Überlegungen herausgebildet, die mein Tun begleiten.

1. Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.

Dieser Satz Franz Kafkas ist für mich der Anspruch, der alle Kommunikation, auch meine Kommunikation als Coach, Dozent oder Lehrer leitet.

2. Verantwortung für die Macht des Wortes

Rhetorik ist eine téchne, d.h. ein Werkzeug. Seit Anbeginn der Rhetorik wird über den Missbrauch (Überreden statt Überzeugen) reflektiert. Bei Zielen und Zwecken, die ich für ethisch nicht vertretbar halte, werde ich keine Unterstützung leisten. Umgekehrt werde ich Missbrauch rhetorischer Mittel für Manipulation transparent machen und Strategien, sich zu wehren, gemeinsam mit Ihnen entwickeln.

3. Authentizität

Wir alle haben über unsere Erziehung, über unseren Charakter, über das, was wir von anderen übernommen haben, ein Repertoire, einen rhetorischen Habitus erworben. Das ist unsere Authentizität. Es geht der Rhetorik nicht darum, zu schauspielern, sondern darum, dieses Repertoire weiter auszubauen, um habituell angemessen zu handeln.

4. Individualität

Man kann in den Grenzen seiner individuellen Persönlichkeit sein rhetorisches Repertoire erweitern. Es gibt keine allgemeingültigen Patentrezepte. Es gibt kein Optimum.

5. Wertschätzung und Gleichbehandlung

Gerade, weil Kommunikation mit der Persönlichkeit und immer mit Emotionen zu tun hat, ist es wichtig, Wertschätzung und Anerkennung in den Vordergrund zu rücken. Ich mache bei meiner Arbeit keinen Unterschied in Geschlecht, Hierachieebene oder Status und dergleichen – es geht darum, gemeinsam und auf Augenhöhe an einer Lösung zu arbeiten.

6. Schritt um Schritt um Schritt

Jede Veränderung ist schwer. Genau deswegen geht es auch immer um kleine Schritte, die langsam, geduldig und so nachhaltig die Qualität der eigenen Kommunikation verbessern werden.

7. Primat Praxis

Es gilt immer das Primat der Praxis, d.h. soviel Theorie wie nötig und soviel Praxis wie möglich. Übung macht die Meisterin und auch den Meister.

8. Diskretion

Wo Vertrauen die Grundlage der Arbeit ist, ist Diskretion unerlässlich. Es ist nicht nur eine Frage des Datenschutzes, es ist vor allem eine Frage der Professionalität.

9. Humor

Bei aller Ernsthaftigkeit hat Rhetorik auch etwas mit Humor zu tun. Humor öffnet neue Blicke auf sich selbst, eine Grundvoraussetzung für den Erwerb neuer Kompetenzen.

10. Rhetorik ist nicht Psychotherapie

Jede Veränderung des Habitus‘ bedeutet Persönlichkeitsveränderung, denn alle Kommunikation ist Rückkopplung, d.h. jede Veränderung verändert den Blick des Anderen auf Sie und damit desses Habitus und so weiter. Ich bin mir der Brisanz dieses Zusammenhangs bewusst. Wenn psychische Hintergründe Veränderung blockieren, respektiere ich das. Coachingklienten teile ich das mit und lehne den Auftrag ab und empfehle professionelle Unterstützung durch einen Therapeuten.